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Neues von der BI ~ Erdbeben am 22.04.2016

Am Freitagabend gegen 19:45 Uhr kam es zu einem weiteren Erdbeben in unserer Region mit der Stärke 3,2. Dazu auch einige Meldungen aus Walle, die bei www.juskis-erdbebennews.de eingestellt wurden:

Verden / Walle
Deutliche Erschütterung.
Das obere Stockwerk unseres Hauses hat gewackelt. Setzrisse haben sich erweitert.

Verden / Walle
Ich und zwei andere aus der Familie haben das Beben deutlich gespürt. Das Haus hat ein wenig gerüttelt, hat aber keine Schäden verursacht..

Verden / Walle
22.04.16 19:45 deutliche Erschütterung mit Lärm und Schwanken des Gebäudes. Dauer verhältnismäßig kurz wenige Sekunden. Schäden derzeit noch nicht feststellbar

Verden / Walle
Ca. 19.30: auffälliges Verhalten der Tiere in der Nachbarschaft. Rinder und Hühner haben Lärm gemacht.
19.45: Näherkommendes grollen, dann deutliches wackeln. Ca 2sek.
Setz Risse zwischen Decke und wand. Riss außen im Klinker.

Wie inzwischen feststeht, lag das Epizentrum zwischen Langwedel und Posthausen in einem Gebiet, wo Erdgas gefördert wird. Es ist nicht nur das stärkste Erdbeben, was in den letzten Jahren im Raum Langwedel verzeichnet wurde, sondern auch deutschlandweit im Jahr 2016 das bisher stärkste. Zuletzt hatte es bei uns im Dezember 2015 ein leichtes Erdbeben der Stärke 2 gegeben, was vereinzelt spürbar war.
Erdbeben am 23.04.2016

Aktualisierte Unterlagen sind auch unter folgenden Internetadressen zu bekommen:
seis-info.de und juskis-erdbebennews.de

Die Bürgerinitiative WALLE gegen GasBohren empfiehlt Betroffenen, sich einen genauen Überblick über den Schaden zu verschaffen. Dazu gilt es, fotografische Aufnahmen mit einer aktuellen Tageszeitung im Bild zu machen, um damit das Datum zu dokumentieren. Anschließend sollten die Geschädigten einen Kostenvoranschlag einholen oder einen Gutachter beauftragen.

Ansprechpartner für eine mögliche Regulierung des Schadens ist die “Schlichtungsstelle für Erdbebenschäden” in Rotenburg. Informationen zu der Schlichtungsstelle sowie Formulare und weiteres gibt es hier: Schlichtungsstelle Bergschaden Niedersachsen

Es gibt zwar auch die Möglichkeit einer Zivilklage, die aber nur eine geringe Chance auf Anerkennung und Wiedergutmachung bietet.

Update 26.04.2016 – 23:49 Uhr

Nach zusammengetragenen Informationen ist folgendes Vorgehen nach dem Feststellen von Schäden an Häusern zeitnah sinnvoll:

1.) Schadensmeldung bei der DEA machen und ggfs. auch schon ein Beispielbild mit einreichen
Telefonnumern/E-Mail-Adresse:
04232-933-216 (24 Stunden besetzt)
…oder…
04232-933-111 (DEA Betriebsleiter, Herr Mike Schreiter, 8:00 bis 17:00 Uhr)
…oder…
E-Mail an: info@dea-group.com

2.) Mit einem regulären Antrag und ggfs. einem entsprechenden Anspruchsschreiben an die DEA noch warten bis zur Infoveranstaltung am Montag, 09.05. in Klenkes Gasthaus (Langwedel), da dort wertvolle Informationen dazu fließen werden

Dazu der Hinweis auf einen Bericht der Kreiszeitung:
Kreiszeitung vom 23.04.2016  –  Erdbeben erschüttert Region Verden

Die Bürgerinitiative WALLE gegen GasBohren plant dazu bereits im Vorfeld einer solchen Veranstaltung die Schäden innerhalb der Ortschaft aufzunehmen und bittet darum sich unter schadensmeldung@walle-gegen-gasbohren.de zu melden.

Waller Flurgang am 28.02.2016

Unter einem guten Stern stand der Waller Flurgang am 28.02.2016 und bei blauem Himmel machten sich die Teilnehmer auf zu einem Spaziergang durch die Ortschaft, an dessen Ende eine Kundgebung auf freiem Feld stand.

Aus Anlass der Planung für eine neue Bohrstelle der DEA geplant, war zudem schon im Vorfeld bekannt geworden, dass es im Bereich des Alten Postweges in Walle keine neue Bohrstelle geben wird. Sämtliche Grundstückseigentümer des betreffenden Gebietes hatten sich nach vielen Gesprächen mit Mitgliedern der BI WALLE gegen GasBohren geweigert, Flächen zu verpachten.

Unter dem Motto „Kommen Sie auf einem Spaziergang durch Walle und mit Vertretern aus Politik und Fachleuten ins Gespräch!“ versammelten sich ca. 300 Personen an der Waller Sporthalle, um auf einem Gang über die Bundesstrasse B215 und dem Alten Postweg zwischen Walle und Nindorf ihre Forderungen, nach einem Verbot weiterer Erdgasbohrungen in Verden-Walle und Umzu, einer Veränderung des deutschen Bergrechts und dem Schutz von Mensch und Natur vor Verschmutzung gemeinsam und nachhaltig deutlich zu machen.

Als Redner auf der abschließenden Kundgebung auf dem Feld zwischen dem „Alten Postweg“ und dem Weg „Becksende“ machten Andreas Mattfeld, MdB, Lutz Brockmann, Bürgermeister von Verden, sowie Carsten Hauschild vom Stadtrat Verden ihre durchaus kritischen Positionen unter dem Beifall der Anwesenden deutlich.
Bereits bei seiner Einführung machte Martin Busch als Sprecher der BI WALLE gegen GasBohren deren Ziele deutlich und forderte von den Verantwortlichen sich für die Bedürfnisse und Interessen der Bevölkerung und gegen eine weitere Erdgasförderung mit all ihren Risiken sowie den Ausbau von regenerativen Energien einzusetzen. Er konnte im Rahmen der Veranstaltung darüber hinaus Andreas Mattfeldt und Lutz Brockmann eine Unterschriftensammlung mit 1572 Unterschriften überreichen, in der die Unterzeichner (die politisch Verantwortlichen in Ortsrat, Stadtrat und Kreistag) auffordern, sich der Forderungen:

  • Keine weiteren Erdgasbohrungen in Walle und anderswo,
  • Keine Lagerstättenwasserverpressung,  
  • Kein Fracking
  • Sowie eine Beweislastumkehr bei Schäden, die durch Erdbeben verursacht werden

anzunehmen, entsprechende Resolutionen zu verabschieden und die notwendigen gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um eine weitere Förderung von Erdgas zu verhindern.

Martin-P. Busch


Bilder des Flurgangs: